Eine Frage der Zeit

Wie lange darf es dauern bis warmes bzw. kaltes Wasser zur Verfügung steht?
– eine Frage des Komforts und der Richtlinien – wir fragen Sie!

Sie entscheiden, wir unterstützen

Aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Anforderungen und Gegebenheiten gibt es keine eindeutige Antwort auf diese Frage. Neben den Richtlinien, die eingehalten werden müssen, hängt es auch von Ihrem persönlich gewünschten Komfortbedarf ab.

Wir beraten Sie bei Ihrer Entscheidung und planen gemäß aktuellem Stand der Technik.

Sie profitieren

  • erhöhter Komfort und kurze Wartezeit
  • hygienische Trinkwasserinstallationen
  • geringerer Wasserverbrauch
  • Schutz vor späteren Reklamationen

Wir bieten

  • Berechnung der Ausstoßzeiten
  • Maßnahmen und individuellen Lösungen zur Erreichung erhöhter Komfortstufen
  • norm- und sachgerechte Planung

Anforderung

Die DIN 1988-200 definiert in der sogenannten „30-Sekunden-Regel“, dass 30 Sekunden nach vollständigem Öffnen der Zapfstelle die Trinkwassertemperatur ≥ 55 °C (TWH) bzw. ≤ 25 °C (TWC) betragen muss.

Neben der Norm 1988-200 gibt die Richtlinie 6003 des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) weiterführende Anhaltspunkte für die Planung und Bewertung von Komfortkriterien und Anforderungsstufen. Hier werden 3 Anforderungsstufen definiert und explizit erlaubte Ausstoßzeiten zugeordnet.

Als Ausstoßzeit wird die maximale Zeitspanne zwischen dem Öffnen der Entnahmearmatur bis zum Austritt von Trinkwasser warm (TWH) bzw. Trinkwasser kalt (TWC), mit der für die Entnahmestelle geforderten Temperatur, bezeichnet.

Nebenstehende Tabelle zeigt die Ausstoßzeiten nach VDI 6003.

Herausforderung

Je verzweigter die Trinkwasserinstallation und je niedriger die Benutzungsfrequenz sind, desto schwächer wird das System durchströmt und die Verweildauer des Trinkwassers in der Rohrleitung nimmt zu. Warmes und kaltes Trinkwasser treten schlimmstenfalls nur noch lauwarm aus, was neben der Komfortbeeinträchtigung auch hygienische Probleme mit sich zieht. Optimale Wachstumsbedingungen für Mikroorganismen und Legionellen befinden sich im lauwarmen Temperaturbereich.

Zum Zweck der thermischen Desinfektion muss dazu, gemäß DIN EN 806-2, das Warmwassersystem regelmäßig bis zur entferntesten Entnahmestelle auf 70°C aufgeheizt werden.

Faktoren für die Dauer der Ausstoßzeit

  • gewünschte Komfortstufe
  • Entfernung zwischen Trinkwassererwärmer und Sanitärobjekt
  • Art der Versorgung (Einzel-, Gruppen- oder Zentralversorgung)
  • Qualität der Dämmung

Maßnahmen

  • Trennung von warmen Trinkwasser-, Zirkulations- sowie Heizungssteigleitungen von der Kaltwasser-Steigleitungen
  • Länge der Rohrleitungen verringern
  • erhöhte Dämmqualität
  • Zirkulationsleitung installieren
  • Berechnungsdurchfluss und Gleichzeitigkeit der Entnahmearmaturen berücksichtigen
  • dezentrale Trinkwassererwärmung der Zentralen vorziehen

Berechnungsbeispiel der Ausstoßzeiten

Theoretische exemplarische Gegenüberstellung der maximal erlaubte Rohrleitungslänge nach 3l-Regel (DIN 1988-200) und Komfortstufen (VDI 6003) am Beispiel eines Waschtisches (Berechnet mit = 0,07 l/s Zapfvolumenstrom).

Rechtsprechung

Welche Zeitdauer muss ein Nutzer maximal tolerieren bis warmes Wasser fließt?
Hierzu gibt es zahlreiche Gerichtsurteile und Präzedenzfälle besonders auf dem Bereich des Mietrechts. Demnach muss der Vermieter sicherstellen, dass Trinkwarmwasser mit mindestens 45°C Nutzungstemperatur nach maximal 10 s in Küche und Bad zur Verfügung steht. Andernfalls kann der Mieter eine Mietminderungen einfordern. Entsteht beispielsweise eine Wartezeit von 5 Minuten, ist eine Mietminderung um 10% gerechtfertigt; werden die ohne Zeitverzug geforderten 40°C an der Armatur erst nach Ablauf von 20 Litern erreicht, kann eine Mietminderung von 5% geltend gemacht werden.
(Details siehe: Amtsgericht Schöneberg, Urteil vom 29.04.1996 | AG Berlin, 67 S 26/07)