Abwärmenutzung in Industrie und Gewerbe

In der Wärme von Abluft oder Abwasser aus Prozessen oder Anlagen in Industrie und Gewerbe stecken oftmals hohe Energiemengen, welche als Abwärme ungenutzt in die Umwelt entweichen. Mithilfe entsprechender Technologien können diese Potenziale sinnvoll nutzbar gemacht werden und die Energie zurückgewonnen werden. Die Sparpotenziale durch die erhöhte Energieeffizienz sind dabei enorm: Bspw. bringt eine Wärmerückgewinnung von beheizter Gebäudeluft eine Heizkostenersparnis von 20-30 Prozent. So können betriebliche Energiekosten und der CO2-Ausstoß verringert werden.

Wofür kann Abwärme genutzt werden?

Technologien zur Nutzung von Abwärme werden hauptsächlich in den folgenden Bereichen genutzt:

  • Abwärmenutzung zur Heizung und als Heizungsunterstützung
  • Erwärmung von Brauchwasser
  • Erzeugung von Prozesswärme (z. B. Vorwärmung von Prozesswasser, von Verbrennungs- und Trocknungsluft)

Abwärme kann auch genutzt werden zur:

  • Erzeugung von Kälte (z. B. über eine Adsorptions- bzw. Absorptionskältemaschine)
  • Erzeugung von Strom (z. B. Turbinen, mit Hilfe von ORC - Anlagen)

Was sind mögliche Abwärmequellen?

Abwärme fällt in nahezu allen industriellen Prozessen an. Nutzbar ist Abwärme u. a. bei:

  • Abluft aus Prozessen oder industriellen Anlagen
  • Abgasen aus Kesselanlagen und anderen Verbrennungsvorgängen
  • Kühlwasser aus Produktionsverfahren, Kälteanlagen oder Druckluftkompressoren
  • Gleichrichtern, Trafos und EDV-Anlagen
  • Dampfsystemen
  • Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Was die Eignung von Abwärmequellen angeht, so reicht die Bandbreite von der Abluft aus Räumen mit Temperaturen von 15 °C - 26 °C bis hin zu Abgasen aus Verbrennungs- und Verfahrensprozessen mit Temperaturen von 160 °C - 450 °C.

Allgemein gilt: Je höher die Temperatur, die Energiemenge und die Kontinuität sind, desto mehr Nutzungsmöglichkeiten kommen infrage und desto wirtschaftlicher lässt sich die Abwärme technisch nutzen.

Bei der Erzeugung von Strom und Kälte sind allerdings vergleichsweise hohe Temperaturen der Abwärme (bei Strom: mind. 120 °C; bei Kälte: mind. 80 - 100 °C) notwendig, damit ein akzeptabler Wirkungsgrad erzielt werden kann.

Kraft-Wärme-Kopplung

Um eine wichtige Form der Abwärmenutzung handelt es sich bei der Kraft-Wärme-Kopplung. Kraft-Wärme-Kopplung ist die Erzeugung von Strom bei gleichzeitiger Nutzung der durch den Prozess entstehenden Wärme bspw. als Prozesswärme oder Heizung. Dadurch kann der Energieinhalt des Brennstoffes zu hohen Anteilen genutzt und eine hohe Energieeffizienz erreicht werden. Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen werden in der Regel wärmegeführt betrieben und zur Deckung der Grundlast eingesetzt.

Welche Möglichkeiten zur Förderung gibt es?

Bafa Modul 1: Querschnittstechnologien

Das Förderprogramm Modul 1: Querschnittstechnologien des BAFA bezuschusst

  • Wärmerückgewinnungseinrichtungen in raumlufttechnischen Anlagen,
  • Wärmeübertrager für die Wärmerückgewinnung in Drucklufterzeugungsanlagen
  • Wärmeübertrager für die Abwärmenutzung bzw. Wärmerückgewinnung aus einem wärmeführenden Abwasser- oder Prozesswasserstrom.

Hierbei müssen jeweils bestimmte Effizienzkriterien erfüllt werden.

Förderhöhe: Bis zu 40 Prozent der förderfähigen Investitionskosten für KMU, bis zu 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten für Nicht-KMU.

Bafa Modul 4: Energiebezogene Optimierung von Anlagen und Prozessen

Das Förderprogramm Modul 4: Energiebezogene Optimierung von Anlagen und Prozessen bezuschusst alle Maßnahmen zur Abwärmenutzung, die nachweislich zu einer Endenergieeinsparung führen.

Hierzu ist die Vorlage eines Energieeinsparkonzepts notwendig, welches nur von einem zugelassenen Energieberater erstellt werden kann. Wir vom Planungsbüro Bode stehen Ihnen dabei gerne zur Verfügung!

Förderhöhe: Bis zu 40 Prozent der förderfähigen Investitionskosten für KMU, bis zu 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten für Nicht-KMU. Zusätzlich Förderung des Energieeinsparkonzepts mit bis zu 40 Prozent für KMU / bis zu 30 Prozent für Nicht-KMU.

Die Förderprogramme Modul 1 und 4 sind zudem in Verbindung mit einem zinsgünstigen Kredit mit bis zu 25 Mio. Euro pro Vorhaben über die KfW beantragbar (KfW 295).

Förderung von Abwärmevermeidung

Sofern möglich, ist es oftmals die effizienteste Lösung, Abwärme von vornherein zu vermeiden bzw. zu vermindern. Dies ist unter anderem mithilfe des Einsatzes effizienterer Technologien, die Umstellung von Produktionsverfahren oder die Dämmung von Anlagen oder Rohrleitungen zu realisieren.

Effiziente Querschnittstechnologien und Dämmung sind ebenfalls über die Module 1 und 4 durch das BAFA förderfähig. Des Weiteren werden Aufwendungen für die Erstellung eines Konzepts für die Abwärmenutzung oder Vermeidung (einschließlich Umsetzungsbegleitung und Controlling durch externe Sachverständige) bezuschusst.

Entscheiden Sie sich für Bode!

Nach einem Vorgespräch zur Bestimmung der Förderfähigkeit Ihrer Maßnahmen übernehmen unserer Berater die Antragstellung und Abwicklung zur Akquirierung der Fördermittel. Als Schnittstelle zwischen Ihnen und der Behörde sorgen sie für den reibungslosen Ablauf des Antragsverfahrens. Wir würden uns freuen, Sie bei einem unverbindlichen Gespräch kennenzulernen!

Nützliche Links

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Optimierung von Backöfen

Für weitere Informationen beraten wir Sie gerne!

Marcel Stüer M.Eng.
Abteilungsleiter Gewerbe, Industrie & Handel

Marcel Stüer leitet als gelernter Technischer Zeichner und Master of Engineering im Umweltingenieurwesen die Abteilung der Gewerbekunden und unterstützt Sie im Bereich der Förderungen für Neubau- und Sanierungen Ihrer Immobilie oder Anlagentechnik. Herr Stüer führt Energieaudits nach DIN EN 16247-1 durch und untertützt Sie bei der Einführung der DIN EN ISO 50001.

Jan Müller M.Eng.
Projektingenieur

Jan Müller ist gelernter Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Bachelor im Umweltingenieurwesen und Master (M.Eng.) des Studiengangs "energieeffizientes und nachhaltiges Bauen". Er unterstützt Sie bei der Konzeptentwicklung der energetischen Optimierung von Produktionsprozessen und im ganzheitlichen Bereich der Nichtwohngebäude.

Er ist Ihr Experte für die Beantragung von Fördermitteln im gewerblichen und industriellen Bereich. Des Weiteren unterstützt er Sie im Bereich der Mess- und Steuerungstechnik sowie thermischen Gebäudesimulation.

Lisa Efkemann M.Eng.
Projektingenieurin

Lisa Efkemann ist Master (M.Eng.) des Studiengangs Umweltingenieurwesen mit dem Schwerpunkt der Modellierung für Klimafolgeanpassung. Frau Efkemann unterstützt Sie bei der Konzeptentwicklung der energetischen Optimierung von Produktionsprozessen und im ganzheitlichen Bereich der Nichtwohngebäude.