Wissenschaft trifft Wirtschaft

Klima und Wirtschaft - wie soll es weitergehen?

Wie lässt sich die Transformation zur Klimaneutralität in unsicheren Zeiten gestalten und finanzieren? Was sind die zentralen Hebel und Weichenstellungen? Welche Auswirkungen hat die Industrietransformation auf Handelsströme und grüne Märkte?

Diese und noch mehr Fragen zum Thema Industriewandel wurden in diesem Forum fachlich diskutiert.

Wie ist der Status Quo? - Wir wollten es wissen.


SCI4climate.NRW und IN4climate.NRW haben zu einer Key Note nach Essen eingeladen. Unter dem Themenfeld „Wissenschaft trifft Wirtschaft: Industriewandel gestalten, Klimaneutralität beschleunigen“ konnten die Teilnehmer aus Wissenschaft, Gesellschaft, Politik und Unternehmen die aktuellen Herausforderungen der Industrietransformation gemeinsam diskutieren.

Die Themen waren unter anderem:

  • Szenarien zur Industrietransformation im Dialog
  • Veränderungen in Wertschöpfungsketten
  • Wasserstoffversorgung – Importe und heimische Erzeugung
  • Kohlendioxidabscheidung, -speicherung und -nutzung: Herausforderungen und Chancen
  • Kreislaufwirtschaft und Stoffströme
  • Herausforderungen für Politik, Gesellschaft und Verwaltung

Die Konferenz gehörte zu der erfolgreichen Veranstaltungsreihe „Wissenschaft trifft Wirtschaft“ und richtete sich an die interessierte Fachöffentlichkeit.
Auch die Bode Planungsgesellschaft für Energieeffizienz nahm in Person von Marcel Stüer, dem Leiter für Unternehmensentwicklung, an diesem Event teil.

Experten klärten auf


Aus vielen Beiträgen ließen sich interessante Erkenntnisse gewinnen, zum Beispiel, dass sich neben den Industriestandards nun auch die Arbeitnehmerschaft ändern muss. Das heisst, dass durch die Industrietransformation auch Arbeitsplätze mit einem hohen Anteil an Fachwissen generiert werden. Da unser derzeitiger Arbeitsmarkt die steigende Nachfrage aber ohne schnelle Zuwanderung nicht bedienen kann, sind dort hohe Anstrengungen erforderlich, die auch schnell zu gesellschaftlichen Verwerfungen führen können. Staat und Unternehmen müssen dies frühzeitig erkennen und Anreize schaffen. Niedrigschwellige Sprachkurse, ein attraktives Rahmenumfeld und nicht zuletzt eine leistungsgerechte Entlohnung sind einige der Vorschläge, die seitens der Redner gemacht wurden.

Mindestens ebenso interessant waren die tieferen technischen Einblicke und die damit verbundenen Hinweise, dass viele der etablierten Technologien bei der bevorstehenden industriellen Transformation nicht ohne CCS und CCU auskommen werden. Diese beiden Abkürzungen stehen für "Carbon Capture and Storage" bzw. "Carbon Capture and Utilization", was bedeutet, dass die schädlichen Kohlenstoffdioxide, die in der Industrie anfallen, abgeschieden, gespeichert oder auch verwendet werden müssen. Denn nicht immer kann CO2 in den Prozessketten der Wirtschaft komplett vermieden werden.

Nicht neu aber stets aktuell ist die Erkenntnis, das der vielversprechende Energieträger Wasserstoff überwiegend importiert werden muss, damit der enorme Bedarf der heimischen Wirtschaft zukünftig gedeckt werden kann. Das bedeutet aber gleichzeitig eine weitere Abhängigkeit von energetischen Rohstoffen für Deutschland und andere Europäische Länder.

Allgegenwärtig war auch das wichtige Thema Kreislaufwirtschaft (Circular Economy). Hier wurde deutlich, dass nicht nur die großen Industriesparten ihren Fokus auf Circular Economy setzen. Auch der Mittelstand (KMU) sieht hier großes Potential, der geforderten energetischen Transformation nachzukommen und wird hier seine Aktivitäten erhöhen.


Marcel-Stueer-Leiter-Geschaeftsfeldentwicklung
Marcel Stüer M.Eng.
Leiter Geschäftsfeldentwicklung | Business Development