Technisches Monitoring und Gebäudeautomation
Die Anforderungen an moderne Gebäude steigen stetig. Energieeffizienz, Betriebssicherheit, Nutzerkomfort und Nachhaltigkeit müssen im realen Betrieb nachweislich erfüllt werden. Gleichzeitig sind viele Unternehmen und öffentliche Auftraggeber verpflichtet, Energieverbräuche systematisch zu erfassen, zu bewerten und beispielsweise im Rahmen von Energiemanagementsystemen nach DIN EN ISO 50001 oder aufgrund gesetzlicher Vorgaben aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) zu optimieren.
Technisches Monitoring in Verbindung mit intelligenter Gebäudeautomation schafft die dafür notwendige Transparenz. Es zeigt, ob gebäudetechnische Anlagen im Betrieb tatsächlich so funktionieren, wie sie geplant, ausgeschrieben und bezahlt wurden, und bildet die Grundlage für einen dauerhaft wirtschaftlichen und nachhaltigen Gebäudebetrieb.
In der Praxis zeigen sich häufig Abweichungen zwischen Planung und realem Betrieb. Anlagen arbeiten nicht optimal zusammen, Regelstrategien greifen nicht wie vorgesehen oder Störungen bleiben lange unentdeckt. Die Folge sind unnötig hohe Energiekosten, Komfortprobleme und ein erhöhter Betriebsaufwand.
Technisches Monitoring macht den Anlagenbetrieb transparent. Es beantwortet zentrale Fragen: Arbeiten Heizung, Lüftung und Klimatechnik effizient zusammen? Werden Betriebszeiten und Regelparameter sinnvoll genutzt? Werden Störungen frühzeitig erkannt und fachgerecht behoben?
Durch die kontinuierliche Auswertung von Betriebsdaten können Ineffizienzen systematisch identifiziert und behoben werden. Erfahrungsgemäß lassen sich so bei vergleichsweise geringem Investitionsaufwand Energieeinsparungen von bis zu rund 30 % erzielen. Gleichzeitig steigt die Nutzerzufriedenheit durch einen stabilen und funktionsgerechten Gebäudebetrieb.
Technisches Monitoring bezeichnet die kontinuierliche Erfassung, digitale Auswertung und fachliche Bewertung relevanter Betriebsdaten gebäudetechnischer Anlagen, etwa Temperaturen, Volumenströme, elektrische Leistungen oder Zählerstände. Diese Ist-Daten werden mit den Soll-Werten aus Planung, Auslegung und Regelkonzept verglichen.
Ein projektspezifisches Monitoringkonzept legt fest, welche Messpunkte, Sensoren, Kennzahlen und Datenqualitäten erforderlich sind und welche Anforderungen sich daraus an Gebäudeautomation, Messtechnik und IT ergeben. Die AMEV-Empfehlung 178 "Technisches Monitoring 2025" beschreibt hierfür einen strukturierten und praxisbewährten Vorgehensrahmen für öffentliche und gewerbliche Nichtwohngebäude.
Bei großen und komplexen Projekten empfiehlt sich ergänzend ein Inbetriebnahmemonitoring (IBMon) zur Qualitätssicherung des Technischen Inbetriebnahmemanagements.
Wir begleiten Ihr Projekt ganzheitlich und herstellerunabhängig mit einem strukturierten Technischen Monitoring.
Definition von Zielen, Kennzahlen und Messpunkten sowie Ableitung der Anforderungen an Gebäudeautomation und Messtechnik.
Konkretisierung des Konzepts in Abstimmung mit TGA-Fachplanung, MSR-Technik und IT, inklusive der Definition von Schnittstellen, Datenpunkten und Dokumentationsanforderungen.
Funktionstests und Auswertung realer Betriebsdaten zur Identifikation von Abweichungen und Optimierungspotenzialen.
Begleitendes Monitoring zur Stabilisierung des Betriebs, Optimierung von Regelstrategien und Nachweis erzielter Einsparungen. Dieses Vorgehen stellt einen wirtschaftlichen, funktionsgerechten und normkonformen Betrieb Ihrer Gebäude und Anlagen sicher.
Wichtiger Hinweis: Technisches Monitoring ist ein Instrument der Qualitätssicherung und ersetzt weder ganz noch teilweise die werkvertraglichen Leistungen von Planern, Errichtern und Betreibern, sondern ergänzt diese sinnvoll.
Technisches Monitoring ist ein zentraler Baustein für die Digitalisierung von Gebäuden und Anlagen. Neben den wirtschaftlichen Vorteilen unterstützt es die Erfüllung aktueller gesetzlicher und normativer Anforderungen, zum Beispiel:
Für Planung, Messtechnik und Softwarelösungen bestehen attraktive Fördermöglichkeiten, z.B. über Bundesprogramme zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Digitalisierung der Gebäudetechnik. Unsere Energieeffizienzexperten unterstützen Sie gerne bei der Auswahl passender Förderprogramme und bei der Antragstellung.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Seite des AMEV.
Wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen ein individuelles Technisches Monitoring, das auf Ihre Gebäude, Anlagen und Ziele abgestimmt ist. Unser Anspruch ist ein transparenter, effizienter und zukunftssicherer Gebäudebetrieb mit messbarem Mehrwert für Betreiber und Nutzer. Kontaktieren Sie uns.
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