Abwärmenutzung
In Industrie und Gewerbe entstehen bei vielen Prozessen erhebliche Wärmemengen, die über Abluft, Abwasser, Abgas oder Kühlmedien ungenutzt an die Umgebung abgegeben werden. Mit geeigneten Technologien zur Abwärmenutzung und Wärmerückgewinnung lassen sich diese Potenziale erschließen, sodass die Energie für Heizung, Prozesswärme, Brauchwasser, Kälte oder auch Strom wieder nutzbar wird. Dadurch können Energiekosten und CO2-Emissionen deutlich sinken, vor allem wenn Wärmequellen mit hoher Temperatur und guter zeitlicher Verfügbarkeit genutzt werden.
Abwärmenutzung bezeichnet die technische Erfassung und Weiterverwendung von Wärme, die bei industriellen oder gewerblichen Prozessen als Nebenprodukt entsteht und bislang ungenutzt abgeführt wird. Förderrechtlich kommt dafür in der Regel die Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) infrage. Je nach Vorhaben ist insbesondere Modul 1: Querschnittstechnologien für einzelne Komponenten oder Modul 4: Energie- und ressourcenbezogene Optimierung von Anlagen und Prozessen für umfassende Maßnahmen relevant.
Modul 1 fördert typischerweise einzelne hocheffiziente Komponenten der Abwärmenutzung. Dazu zählen:
Modul 4 ist relevant, wenn Abwärmenutzung Teil einer umfassenden energetischen Optimierung von Anlagen oder Prozessen ist. Förderfähig sind Maßnahmen, die nachweislich zu einer Endenergieeinsparung führen. Für komplexere Vorhaben ist in der Regel ein Energieeinsparkonzept erforderlich. Zusätzlich kann die Erstellung eines solchen Konzepts sowie die Umsetzungsbegleitung durch einen Sachverständigen förderfähig sein.
Ergänzend zur Zuschussförderung können Maßnahmen zur Abwärmenutzung über das Kreditprogramm KfW 295 finanziert werden. Möglich ist ein zinsgünstiger Kredit mit bis zu 25 Mio. € pro Vorhaben. Die genaue Kombination aus Kredit und Zuschuss hängt von der aktuellen Programmlogik ab und sollte vor Antragstellung geprüft werden.
Oft ist es wirtschaftlich sinnvoll Abwärme nicht erst nutzbar zu machen, sondern schon an der Entstehungsquelle zu vermeiden oder zu verringern. Das kann zum Beispiel durch effizientere Technologien, die Umstellung von Produktionsverfahren oder durch die Dämmung von Anlagen und Rohrleitungen erfolgen. Auch solche Maßnahmen können im Rahmen der EEW, insbesondere über Modul 1 oder Modul 4, förderfähig sein.
Abwärme fällt in nahezu allen industriellen Prozessen an und kann aus verschiedenen Quellen stammen. Typische Abwärmequellen sind:
Je höher Temperatur, Energiemenge und zeitliche Kontinuität der Abwärme sind, desto mehr Nutzungsmöglichkeiten kommen infrage und desto wirtschaftlicher ist die technische Nutzung. Für die Erzeugung von Strom und Kälte werden vergleichsweise hohe Temperaturen benötigt. Für Strom liegt die sinnvolle Größenordnung typischerweise bei mindestens 120 °C, für Kälte häufig bei etwa 80 bis 100 °C.
Abwärme wird vor allem genutzt für:
Darüber hinaus kann Abwärme auch zur Erzeugung von Kälte, zur Erzeugung von Strom oder in Kraft-Wärme-Kopplungssystemen eingesetzt werden. Besonders die Kraft-Wärme-Kopplung gilt als wichtige Form der Abwärmenutzung, da dabei Strom erzeugt und die entstehende Wärme gleichzeitig als Heiz- oder Prozesswärme verwendet wird.
Je nach Maßnahme, Modul und Unternehmensgröße sind unterschiedliche Förderhöhen möglich. Für Modul 1 liegt die maximale Fördersumme bei bis zu 200.000 € pro Vorhaben. Für Modul 4 sind deutlich höhere Förderhöhen möglich. Die konkrete Obergrenze richtet sich nach der jeweils gültigen BAFA-Programmlogik und der Art des Vorhabens.
Es gilt: erst beantragen, dann umsetzen. Förderfähig sind nur Maßnahmen, die vor Vorhabensbeginn korrekt beantragt werden. Nachträgliche Anträge sind grundsätzlich nicht förderfähig.
Welche Investitionen im Einzelfall anerkannt werden, hängt von der technischen Ausführung, dem gewählten Modul und der Unternehmensgröße ab. Für weitergehende Prozessoptimierungen kann außerdem ein Energieeinsparkonzept erforderlich sein.
Wir prüfen für Sie, ob Ihre Abwärmenutzung über die passenden EEW-Module oder das KfW-Programm förderfähig ist, erstellen bei Bedarf das Energiekonzept und übernehmen die Antragstellung vor Vorhabensbeginn, damit Sie die Förderung sauber und ohne Umwege nutzen können. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch.
Der kostenlose Fördermittelcheck unserer Gewerbeabteilung hilft Ihnen dabei, das passende Förderprogramm für Ihr Vorhaben der Abwärmenutzung und Abwärmevermeidung zu finden! Füllen Sie einfach die nebenstehenden Fragen aus, idealerweise mit einem aktuellen Angebot der Installationsfirma. Sie bekommen innerhalb kurzer Zeit Klarheit im Förderdschungel, inkl. passenden Programm (BAFA, KfW oder weitere) und voraussichtlicher Zuschusshöhe!

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