Nah- und Fernwärmenetze

Gebäudenetze und Anschluss an ein Gebäude- oder Wärmenetz

Für die Errichtung, den Umbau oder die Erweiterung eines Gebäudenetzes im Gebäudebestand kann die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) beantragt werden.

Welche Ausführungen gibt es?

Wärmenetze sind eine zukunftsgerichtete Art der Energieversorgung

Die Wärmeversorgung von mehreren Gebäuden mit einem zentralen Wärmeerzeuger wird als Netz bezeichnet. Gemäß der Förderrichtline wird zwischen zwei verschiedenen Ausführungen unterschieden.


Gebäudenetz:
Netz zur ausschließlichen Versorgung mit Wärme von bis zu 16 Gebäuden (Wohngebäude oder Nichtwohngebäude) und bis zu 100 Wohneinheiten. Das kleinste Gebäudenetz besteht aus zwei Gebäuden, die über einen zentralen Wärmeerzeuger versorgt werden. Die zentrale Wärmeversorgung eines Quartiers mit bis zu 16 Gebäuden bzw. maximal 100 Wohneinheiten stellt das größte Netz dar, dass im Rahmen dieses Programms gefördert werden kann.

Wärmenetz:
Dient der Versorgung der Allgemeinheit mit leitungsgebundener Wärme. Hier wird die Anbindung an ein öffentliches Fernwärmenetz gefördert.

Bundesförderung für effiziente Gebäude für Gebäude- und Wärmenetze

Gebäudebestand / Sanierung

Förderung von Einzelmaßnahmen (BEG-EM)

Die neuen Fördersätze (gültig ab dem 15.08.2022) für die die Erichtung, den Umbau oder die Erweiterung eines Wärmenetzes setzen sich folgendermaßen zusammen:

  • Fördersatz: 25%
  • Heizungs-Tausch-Bonus*: 10%
  • Max. Fördersatz: 35%

*Der Heizungs-Tausch-Bonus kann für den Austausch einer Öl-, Gas-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung beantragt werden. Bei Gasheizungen muss die Inbetriebnahme mindestens 20 Jahre zurückliegen. Bei Gasetagenheizungen gibt es keine Anforderungen an das Mindestalter. Nach dem Austausch darf das Gebäude nicht länger mit fossilen Brennstoffen beheizt werden.

Welche Anforderungen sind zu beachten?

Die Anbindung an ein Wärmenetz ist nicht grundsätzlich förderfähig. Entscheidend ist welcher Energieträger für die Wärmegewinnung eingesetzt wird bzw. bei welchem Prozess die Abwärme entsteht.

  • Bei der Wärmeerzeugung muss der Anteil der erneuerbaren Energien mindestens 25% betragen.
  • Bei der Anbindung an ein Wärmenetz, das aus Abwärme gespeist wird, darf der Primärenergiefaktor höchstens 0,6 aufweisen.
    (Nachweis gemäß GEG durch das AGFW-Arbeitsblatt FW 309 Teil1)

Allgemeine Anforderungen:

  • Bei der Wärmeerzeugung für das Wärmenetz darf kein Öl als Brennstoff eingesetzt werden.
  • Durchführung des hydraulischen Abgleichs und Bestätigung anhand des VdZ-Formulars.
  • Alle Energieverbräuche sowie alle erzeugten Wärmemengen eines förderfähigen Gebäudenetzes müssen messtechnisch erfasst werden.
  • Ab dem 01.01.2023 müssen allen förderfähigen Gebäudenetze mit Energieverbrauchs- und effizienzanzeigen ausgestattet werden.

Welche Kosten werden gefördert?

Gefördert wird die Errichtung, der Umbau oder die Erweiterung eines Gebäudenetzes, sofern die Anforderungen an die Wärmeerzeugung erfüllt werden. Bei der Zusammenstellung der förderfähigen Kosten können folgende Komponenten berücksichtigt werden.

  • Wärmeübergabestation
  • Rohrnetz (auf dem Grundstück das mit Wärme versorgt wird)
  • Wärmeverteilung innerhalb eines Gebäudes
  • Wärmespeicherung
  • Steuer-, Mess- und Regelungstechnik
  • Umfeldmaßnahmen

A. Cramer Projektleiter
André Cramer
Abteilungsleiter Sanierung