Solarkollektoranlagen

Solarkollektoranlagen werden für die Unterstützung der Warmwasseraufbereitung und für die Unterstützung der Raumheizung eingesetzt.
Das BAFA fördert die Erstinstallation und Erweiterung von Solarkollektoranlagen mit einem Zuschuss von 30%.

Solarkollektoranlagen

Die Montage der Kollektoren kann grundsätzlich auf allen Dächern erfolgen. Bei Flachdächern oder Schrägdächern mit geringer Neigung gibt es die Möglichkeit den optimalen Neigungswinkel durch eine Unterkonstruktion zu erreichen. Einige Varianten (Vakuumröhrenkollektoren) eignen sich sogar für die Montage an Gebäudefassaden. Optimal ist eine Ausrichtung nach Süden, aber auch eine Ost-West-Ausrichtung hat Vorteile, da die Einstrahlung am Morgen und am Abend häufig auch die Zeit mit dem höchsten Warmwasserbedarf ist.

Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung

Diese Anlagenausführung dient rein der Trinkwasseraufbereitung. Neben den Kollektoren muss auch der passende Trinkwasserspeicher (bivalent mit zwei Wärmetauschern), eine Solarstation mit Pumpe und eine Regelung zur Steuerung der Pumpe installiert werden. Die Größe der Anlage (Kollektorfläche und Speichervolumen) ist abhängig von der Anzahl der Personen in einem Gebäude und dem daraus resultierenden Warmwasserbedarf. Besonders in den Sommermonaten kann die Anlage einen Großteil der Trinkwassererwärmung abdecken, so dass der eigentliche Wärmeerzeuger nur selten zum Einsatz kommt.

Mindestanforderungen Gebäudebestand (Trinkwasseraufbereitung)

Die Fläche (Bruttokollektorfläche) der Kollektoren muss mindestens 3m² aufweisen. Das entspricht in der Regel einem Kollektorfeld, dass aus mindestens 2 Kollektoren besteht. Der Speicher muss ein Mindestvolumen von 200 Liter fassen.
(weitere Anforderungen sind zu beachten).

Anlagen zur Heizungsunterstützung

Neben der Erwärmung des Trinkwassers können Solaranlagen auch zur Unterstützung der Raumheizung genutzt werden. Diese Anlagen bestehen aus mehreren Kollektoren und einem Pufferspeicher. Die Kollektorfläche wird hauptsächlich anhand der Gebäudegröße und des Wärmebedarfs ermittelt. Je größer die Kollektorfläche, desto größer das benötigte Speichervolumen.
Den höchsten Deckungsanteil erzielen diese Anlagen in den Übergangszeiten Frühling und Herbst, da in diesen Perioden Heizbedarf und Sonnenstunden aufeinandertreffen. Auch im Winter kann an sonnigen Tagen ein Solarertrag generiert werden. Dieser Ertrag reicht jedoch nicht zur Bereitstellung der benötigen Wärmeenergie aus, so dass hier immer ein weitere Wärmeerzeuger benötigt wird.

Mindestanforderungen Gebäudebestand (Heizungsunterstützung)

Ein Kollektorfeld aus Flachkollektoren muss mindestens 9m² Bruttokollektorfläche aufweisen. Bei der Ausführung Vakuumkollektoren genügen 7m², da dieser Kollektortyp einen höheren Ertrag pro Quadratmeter generiert.

  • Flachkollektoren: 9m²
  • Vakuumkollektoren: 7m²

Das benötigte Puffervolumen wird in Abhängigkeit der Kollektorfläche und des verwendeten Kollektortyps festgelegt.

  • Flachkollektoren: Puffervolumen = 40 Liter/m² Kollektorfläche
  • Vakuumkollektoren: Puffervolumen = 50 Liter/m² Kollektorfläche

Erweiterung bestehender Anlagen:

Die Erweiterung einer bestehenden Anlage im Gebäudebestand wird ebenfalls gefördert.
Hierzu zu muss die bereits vorhandene Kollektorfläche um mindestens 4m² vergrößert werden.

Mindestanforderungen Neubau

Im Neubau gelten erweiterte Anforderungen an die Gebäude- und Anlagengröße.

  • Anlagen im Neubau müssen mindestens 20 m² Bruttokollektorfläche aufweisen

  • Wohngebäude müsse mindestens 3 Wohneinheiten umfassen
  • (Nichtwohngebäude müssen mindestens 500 m² beheizte Nutzfläche messen)
  • Kollektorwärneertrag muss mindestens 300 kWh/(m²a) betragen ⇒ Für den Nachweis muss eine Solarsimulation erfolgen

oder

  • solarer Deckungsanteil von mindestens 50% (Solarsimulation erforderlich)

Hierbei können wir Sie unterstützen

  • Solarsimulation zur Berechnung des Kollektorwärmeertrags
  • Antragstellung (BAFA und KfW)

Alexander Lückge B.Eng.
Abteilungsleiter Privatkunden