KfW-Effizienzhaus 85: Besser als der Neubau-Standard

Die Durchführung einer Sanierung zum Effizienzhaus 85 wird von der KfW gefördert. Dazu muss das Haus 15% weniger Primärenergie als ein vergleichbarer Neubau verbrauchen. Bei der Förderung profitieren Sie von Zuschüssen in Höhe von 20 000 € je Wohneinheit oder 100 000 € je Wohneinheit zu attraktiven Konditionen (ab 0,75%).

Die Sanierung zum Effizienzhaus 85

Das Effizienzhaus 100 entspricht den gesetzlichen Mindestanforderungen eines Neubaus. Wer den Standard Effizienzhaus 85 in der Sanierung erreichen möchte, muss den zugelassen Primärenergiebedarf eines vergleichbaren Neubaus um 15% unterschreiten. Dieses Niveau kann nur mit einer gut ausgeführten Gebäudehülle und der Einbindung regenerativer Energieträger zur Beheizung erreicht werden.

Mit Hilfe einer Simulationssoftware kann das Gebäude erfasst und bewertet werden. Auf diesem Weg kann schnell geprüft werden, welcher KfW Standard mit den angedachten Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle und der Anlagentechnik erreicht wird. Ist die Bewertung der Gebäudehülle zu schlecht, um das gewünschte Niveau zu erreichen, können einzelne Bauteile der Hülle verbessert werden, bis die Anforderungen an die zulässigen Transmissionsverluste erreicht werden. Der Primärenergiefaktor wird hauptsächlich durch die Ausführung der Heizungsanlage beeinflusst. Sollten die Anforderungen nicht erfüllt werden, muss geprüft werden, welche Optimierungen der Anlage möglich sind. Die geforderten Werte können nur durch die Einbindung von regenerativen Energieträgern erreicht werden.

Wie sind die Anforderungen an die Gebäudehülle um den KfW Standard 85 zu erreichen?

Da die Gebäudehülle besser sein muss als bei einem Neubaus (Neubau entspricht KfW 100), kann man sich an den Anforderungen für einen Neubau orientieren (EnEV-Anforderungen).
Hier werden folgende U-Werte gefordert:

  • Außenwand: 0,24 W/(m²K)
  • Schrägdächer: 0,24 W/(m²K)
  • Flachdächer: 0,20 W/(m²K)
  • Decken zu unbeheizten Dachräumen: 0,24 W/(m²K)
  • Fenster: 1,3 W/(m²K)
  • Kellerdecke zu unbeheizten Keller: 0,30 W/(m²K)
  • Bodenplatte an Erdreich: 0,30 W/(m²K)
  • Hauseingangstüre: 1,80 W/(m²K)

Wird der U-Wert an einer Stelle nicht erreicht, kann dies durch stärkere Dämmung an einer anderen Stelle kompensiert werden. In der Sanierung triff das häufiger im Bereich der Bodenplatte auf, da die Höhe des Bodenaufbaus nicht immer beliebig verändert werden kann.

Welche Wärmeerzeuger erfüllen die Anforderungen KfW 85?

Diese Heizsysteme stehen zur Auswahl:

  • Wärmepumpen (Wärmequelle Luft, Erreich oder Grundwasser)
  • Brennwertanlagen (Gas oder Öl) in Verbindung mit einer heizungsunterstützenden Solaranlage
  • Biomasse (Pelletanlagen)
  • Brennstoffzellen

Bei der Auswahl der Heizungsanlage sollte darauf geachtet werden, dass Wärmeerzeuger, Wärmeverteilung und Gebäudehülle ein stimmiges Gesamtkonzept ergeben. Hier gibt es keine Standardlösung.

Wird eine lüftungstechnische Anlage benötigt?

Die Anforderungen gemäß Effizienzhaus 85 können auch ohne die Installation einer Lüftungsanlage erreicht werden. Allerdings wirkt sich die Installation einer lüftungstechnischen Anlage mit Wärmerückgewinnung positiv auf den Primärenergiefaktor aus. Auf diesem Weg kann an andere Stelle gespart werden. Beispielweise kann eine Lüftungsanlage bewirken, dass die Anzahl der benötigten Sonnenkollektoren reduziert werden kann. Unabhängig von den Anforderungen an den Primärenergiefaktor sollte die Notwendigkeit einer Lüftungsanlage bei umfangreichen Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle aber immer geprüft werden (Lüftungskonzept). Mit Optimierung der Dämmung nimmt in den meisten Fällen auch die Luftdichtheit der Gebäudehülle zu. Wird der Mindestluftwechsel nicht eingehalten, können Feuchteschäden auftreten. Der Einsatz einer Lüftungsanlage garantiert den Mindestluftwechsel nutzerunabhängig und Schütz das Gebäude dauerhaft vor Feuchte- und Schimmelschäden.


Förderung der KfW

Wird der KfW-Standard 85 erreicht, können folgende Fördermittel über die KfW beantragt werden:

  • Zuschuss: 20 % auf alle energetischen Sanierungskosten (maximal 20 000 € je Wohneinheit)

Alternativ

  • Kredit: 100 000 € je Wohneinheit ab 0,75% effektivem Jahreszins zuzüglich Tilgungszuschss von 17,5 %

50% Zuschuss

Immer dann, wenn Sie für ein Vorhaben KfW- Fördermittel nutzen, werden 50% der Baubegleitungskosten gefördert.
Pro Bauvorhaben erhalten Sie eine Förderung von bis zu 4 000 €.

Sie profitieren von:

  • Zuschuss 20%
  • Effektiver Jahreszins ab 0,75% zuzüglich Tilgungszuschuss von 17,5%
  • Baubegleitung durch einen unabhängigen Experten

Wir bieten:

  • persönliche Ansprechpartner
  • Teilleistungen nach Maß
  • Unverbindliche Beratung

Alexander Lückge B.Eng.
Abteilungsleiter Privatkunden